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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.54

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.54

Language
German

v3.c22.s5.54

Über die Notwendigkeit der Strafe, die auch als Daṇḍa (»der Stab«) personifiziert wird, heißt es (VII, 18—25): »Daṇḍa herrscht über die Geschöpfe, Daṇḍa allein beschützt sie alle, Daṇḍa wacht über sie, wenn sie schlafen; die Weisen erklären Daṇḍa für den Gott der Gerechtigkeit (Dharma).« »Wird die Strafe nach reiflicher Überlegung angewandt, so beglückt sie alle Geschöpfe, wird sie aber ohne reifliche Überlegung verhängt, so richtet sie alles zugrunde.« »Wenn der König nicht unermüdlich Strafe verhängte über die, welche Strafe verdienen, so würden die Stärkeren die Schwächeren wie Fische am Spieße braten; die Krähe würde den Opferkuchen fressen, der Hund das Opfermus belecken, niemand würde ein Recht auf Besitz haben, es würde alles drunter und drüber gehen.« »Die ganze Welt wird durch die Strafe in Unterordnung gehalten, denn ein ehrlicher Mann ist schwer zu finden; nur aus Furcht vor Strafe dient jegliches Wesen dem Nutzen anderer.« »Götter, Dämonen, Gandharvas und Rākṣasas, sowie auch die Vogel- und Schlangengötter — auch sie dienen dem Nutzen anderer nur, wenn sie von der Furcht vor Strafe gequält sind.« »Und alle Kasten würden (durch Mischung) verdorben, alle Dämme durchbrochen werden, und ein Aufruhr würde in der ganzen Welt entstehen, wenn es an der Strafe fehlte.« »Wo der dunkle, rotäugige Daṇḍa, die Bösen vernichtend, einherschreitet, dort entsteht keine Verwirrung im Volke, — vorausgesetzt, daß derjenige, der die Strafe verhängt, gerecht entscheidet.«

Cites (1)