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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.78

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.78

Language
German

v3.c22.s5.78

Der Spruchdichtung gehören z. B. die Verse über Schicksal und Mannestat (I, 348 ff.) an. In bezug auf die Vorrangstellung der Brahmanen und das Verhältnis zwischen König und Priester stimmt Yājñavalkya mit Manu überein. So heißt es I, 199: »Herren über alles sind die Brahmanen, die dem Vedastudium ergeben sind; noch besser als diese sind die Opferbeflissenen und am besten von allen diejenigen, welche höchstes Ātman-Wissen besitzen.« I, 322: »Es gibt keine höhere Pflicht für die Könige, als daß sie das in der Schlacht erbeutete Gut den Brahmanen schenken und den Untertanen Sicherheit gewähren.« Und so wie in der Manu-Smṛti finden sich auch in der des Yājñavalkya philosophische Abschnitte. In den Kapiteln über die Pflichten des Waldeinsiedlers (III, 45 ff.) und des Asketen (III, 56 ff.) finden sich auch Lehren des Sāṃkhya und Yoga und der allgemeinen Asketenmoral. Was Dharma ist, wird III, 66 gesagt: »Wahrhaftigkeit, Enthaltung von Diebstahl und Zorn, Scham, Reinheit, Verstand, Festigkeit, Selbstbezähmung, Zügelung der Sinne, Wissen: darin ist der ganze Dharma befaßt.« Die Lehre von der Vielheit der Seelen wird III, 67 durch ein lebendiges Bild veranschaulicht: »Wie aus einem geglühten Stück Eisen die Funken hervorstieben, also entstehen aus dem Ātman die Ātmans (d. h. aus der Weltseele die individuellen Seelen).«

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