Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.79
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s5.79
- Language
- German
v3.c22.s5.79
Hier finden wir auch (III, 72 ff.) ein ganzes embryologisches und anatomisches Kapitel, in welchem unter anderem die genaue Zahl der Nerven, Muskeln, Adern und Haare des Körpers angegeben wird. »Zwei und siebzig tausend Adern, „gute“ und „schlechte“ genannt, gehen aus dem Herzen hervor; in deren Mitte ist, glänzend wie der Mond, ein Kreis, und in dessen Mitte befindet sich der Ātman, wie das unbewegte Licht einer Lampe. Diesen Ātman muß man erkennen wer ihn erkannt hat, wird in dieser Welt nicht wiedergeboren (III, 108 f.).« In dem darauf folgenden Vers sagt Yājñavalkya, daß man auch das Āraṇyaka kennen muß, welches er von der Sonne empfangen, d. i. die Bṛhad-Āraṇyaka-Upaniṣad, und das von ihm verkündete Yogaśāstra¹), wenn man Yoga zu erreichen wünscht. Anknüpfend an die Schöpfung des Menschen (III, 118 ff.), ist von den Wiedergeburten und ihrer Abhängigkeit von den guten und bösen Taten die Rede (III, 134 ff.) Hier finden wir auch den aus dem Sāṃkhya bekannten Vergleich der Seele mit einem Schauspieler. »Wie ein Schauspieler seinen Leib mit Farben schminkt, indem er verschiedene Gestalten annimmt, also nimmt auch der Ātman die durch die Taten hervorgebrachten Leiber an.« (III, 162).
Cites (1)
- Yājñavalkyasmṛti — Yājñavalkya, Sanskrit