Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s6.59
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s6.59
- Language
- German
v3.c22.s6.59
¹ Hillebrandt, Über das Kauṭilīyaśāstra, S. 10 (vgl. ZDMG 69, 1915, 360 ff., und GGA 1915, 629) sagt: »Wir dürfen nicht annehmen, daß Kauṭilya selbst durchwegs der Verfasser des vorliegenden Textes ist. Er entstammt seiner Schule.« Hertel (Tantrākhyāyika, Übers. I, S. 22) stimmt Hillebrandt zu, daß das Kauṭilīya im Laufe der Zeit überarbeitet und erweitert worden sei, bemerkt aber doch: »Der Kern des Werkes und des Kommentars rührt also sicher von Cāṇakya her.« Oldenberg, Die indische Philosophie in KG 1913, S. 32, sagt, das Kauṭilīya sei um 300 v. Chr. verfaßt, und zwar »von Cāṇakya oder, was eher anzunehmen scheint, von Schülern, die an ihn anschlossen«, spricht sich aber NGGW 1918 (geschäftliche Mitteilungen S. 97) noch skeptischer aus. Jolly, der anfangs das Kauṭilīya auch für ein Werk des Ministers Cāṇakya gehalten hatte (so 1912 »Ein altindisches Lehrbuch der Politik«), hat immer mehr Bedenken gegen das Alter und die Echtheit des Werkes erhoben (zuerst ZDMG 68, 1914, 359) und spricht 1919 in Zeitschrift für vergl. Rechtswissenschaft 37, S. 329, von dem Kauṭilīya als einem Werk, das wohl bis ins 5. oder 4. Jahrhundert n. Chr. zurückgehen kann, »wenn es auch so wenig mit dem auch nur halbhistorischen Cāṇakya zu tun haben dürfte, als die ,Weisheit Salomonis‘ von dem berühmten König Salomo herrührt.« Gegen die Echtheit haben sich auch ausgesprochen A. B. Keith, JRAS 1916, 130 ff.; 1920, 628, und R. G. Bhandarkar, Proceedings and Transactions of the First Oriental Conference, I. Poona 1920, p. 24 f.