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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s6.96

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s6.96

Language
German

v3.c22.s6.96

Der VI. Sarga von der gerechten Bestrafung und der Unschädlichmachung der Verräter entspricht dem Kauṭ. V, der VII. Sarga von den Maßregeln zum Schutz des Königs dem Kauṭ. I, 17 und 21. Die Sargas VIII—XI beschäftigen sich mit der äußeren Politik (wie Kauṭ. VI, VII); dabei wird das Einteilen und Klassifizieren der »Kreise« (maṇḍala) der feindlichen und freundlichen Nachbarn bis zur unsinnigsten Tüftelei getrieben. Sarga XII handelt von den Beratungen (wie Kauṭ. I, 15), XIII von den Gesandten (wie Kauṭ. I, 16) und im Anschluß daran von den Spionen (wie Kauṭ. I, 11—12). Die Spione sind »das in die Ferne wandernde Auge« des Königs. Durch den Spion sieht er wie durch ein feines Gewebe das Gebaren der Feinde; »denn ein König, der Spione als Augen hat, wacht, selbst wenn er schläft« (XIII, 28 f.). Die Sargas XIV und XV über die »Übel« des Königreiches entsprechen dem Kauṭ. VIII. Die letzten Sargas (XVI—XX) behandeln das Militärwesen, wobei Kāmandaki ebenso wie sein Meister Kauṭilya auf die Listen und Ränke zur Besiegung stärkerer Feinde großes Gewicht legt. So sagt er (XIX, 71): »Fest entschlossen soll er die Feinde im unehrlichen Kampfe vernichten; denn das Töten der Feinde durch List schmälert nicht sein religiöses Verdienst: hat doch Droṇas Sohn in der Nacht mit wohlgeschärftem Schwert das furchtlos eingeschlafene Heer der Pāṇḍavas vernichtet.«

Cites (2)