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Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.18

Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.18

Language
German

v3.c23.18

Eine andere berühmte Spruchsammlung in Tamil ist das Nālaḍiyar¹). Auch diese aus vierhundert Versen bestehende Sammlung enthält Lehren über Wiedergeburt, Karman und Erlösung, über dharma, artha und kāma, wie sie in der indischen Spruchdichtung allgemein sind. Der Verfasser dürfte aber ein Jaina gewesen sein. Denn die Sage erzählt: Während einer Hungersnot kamen 8000 Jainas zu einem König des Pāṇḍyareiches. Als die Hungersnot vorüber war, wünschte der König, daß sie noch weiter in seinem Reiche bleiben sollten. Sie aber machten sich heimlich davon, nachdem jeder von ihnen einen von ihm gedichteten Vers zurückgelassen. Der erzürnte König warf aber alle diese Verse ins Wasser. Da bemerkte er zu seinem Erstaunen, daß 400 Verse gegen den Strom schwammen. Wegen dieses Wunders wurden sie aufbewahrt, und sie bilden die jetzige Sammlung. Die Verse sind aber nicht jinistisch, überhaupt nicht religiös.