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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c10.s2.t1.4

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c10.s2.t1.4

Language
German

c10.s2.t1.4

Der Einfluß, den pflichtbewußte Mönche auf das religiöse Leben der Laien ausgeübt haben und auch heute noch ausüben, ist sehr bedeutend. Die Geschichte hat uns die Namen einer Reihe hervorragender Seelsorger aufbewahrt, welche die Geschicke weiter Volkskreise und mächtiger Reiche gelenkt und nach den Grundsätzen der Jaina-Religion gestaltet haben. Auch in der Gegenwart machen sich die wohltätigen Einwirkungen großer Geistlicher auf das ganze Jainatum fühlbar. Dadurch, daß sie den Laien in Not und Anfechtung beistehen, ihnen religiöse Erbauung spenden und ihnen die geistigen Waffen liefern, um ihren Glauben im Kampf gegen andere Religionen zu verteidigen, haben viele Munis wesentlich dazu beigetragen, daß sich das ringsum von Gegnern hartbedrängte Jainatum bis heute behaupten konnte. Die große Verehrung, welche Jainas aller Schichten hervorragenden Sâdhus wie dem jüngst verstorbenen Vijaya Dharma Sûri entgegenbrachten, zeigt deutlich, was eine starke Persönlichkeit zu wirken vermag. Daß kleine Geister auf der anderen Seite durch ihren Fanatismus und ihre jeder Neuerung feindliche Engherzigkeit auf die Laienschaft einen schlechten Einfluß ausüben können, geht aus den Klagen weitblickender Jainas hervor, welche manche Mönche beschuldigen, durch ihren übergroßen Konservativismus fortschrittlichen Gedanken den Weg versperrt und dadurch zum Niedergang des Jaina-Glaubens beigetragen zu haben.