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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c10.s2.t2.2

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c10.s2.t2.2

Language
German

c10.s2.t2.2

Aufgabe der Laien ist es, für den Unterhalt der Asketen und der religiösen Institutionen Sorge zu tragen. Dieser Aufgabe sind sie stets voll gerecht geworden. Die Freigebigkeit und Opferwilligkeit vermögender Jainas hat sich oftmals als wahrhaft großartig erwiesen. Sie haben nicht nur beständig zahllosen Dienern der Religion das Führen ihres weltabgewandten Lebens ermöglicht, sondern auch Gemeindehäuser und Tempel erbaut. Daß Eitelkeit und Ruhmsucht bisweilen einen starken Teil an dem Wohltätigkeitssinn großer Kaufherren hatten, ist menschlich begreiflich; daß Jaina-Lehrer gegen Spenden aus irdischen Motiven ankämpften, ergibt sich aus einer Bemerkung in Mànavijayas „Dharmasangraha“, nach der es achtmal verdienstlicher sein soll, einen zerfallenen Tempel ausbessern zu lassen, als einen neuen zu bauen, weil der, welcher eine Reparatur bezahle, weniger die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenke, als ein Mann, der ein neues Gebäude errichte 57. Noch heutzutage werden viele Tempel von freigebigen Spendern erbaut; modern-denkende Jainas meinen allerdings, daß sich hier oft ein irregeleiteter Wohltätigkeitssinn betätige. Denn oftmals seien später nicht genügend Mittel vorhanden, um den Tempel und den Kult in ihm zu erhalten, und häufig bestehe ein Bedürfnis nach neuen Andachtsstätten nicht, schreibt doch die Jaina-Gazette, daß in einem Orte wie Arrah die Zahl der Kultbilder die der erwachsenen männlichen Jainas übertreffe 58.

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