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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s2.t2.13

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s2.t2.13

Language
German

c11.s2.t2.13

Etwas anders vollzieht sich die Mönchs- und Nonnenweihe bei den Terâpanthîs. H. Jacobi, der einer solchen in Ladnûn beiwohnte, schreibt mir darüber: ,,Die beiden (zu weihenden Personen) waren Eheleute, nicht Schüler oder Novizen; die Szene spielte sich vor einer Karawanserai (Dharmshâlâ) ab, vor der ein freier Platz war. Zum Eingang der Dharmshâlâ führte eine Treppe herauf, etwa von Mannshöhe. Zu beiden Seiten der Treppe war je eine Terrasse; auf der zur Rechten saß der Âcârya mit den Yatis, auf der zur Linken die Nonnen. Dann wurde das Paar, schön eingekleidet, herbeigeführt. Sie stand ganz verhüllt neben den Nonnen, er auf ebener Erde vor dem Âcârya. Eine Pradakshinâ (Umwandlung) war durch die Natur der Örtlichkeit ausgeschlossen. Der ältere Bruder des zu Weihenden stand hinter ihm und überreichte dem Âcârya ein Schriftstück, das die Zustimmung der Familie aussprach. Der Âcârya zitierte, als einigermaßen Ruhe in der nächsten Umgebung hergestellt war, mit großer Zungenfertigkeit eine lange Formel. Dann neigte der Mönch sein Haupt, das bis auf ein Haarbüschel geschoren war, und der Âcârya riß ihm letzteres in fünf Zügen aus, ohne daß der Mönch eine Miene verzogen hätte. Der Mönch machte vor den Mönchen seine Verbeugung und setzte sich als letzter in deren Reihe; die Nonne wurde zu den Nonnen geführt. Sie hatte nur einige Verbeugungen bei der Ansprache des Âcârya vor diesem zu machen, ehe die Weihe des Mönches vor sich ging.“

Cites (1)