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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s2.t2.16

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s2.t2.16

Language
German

c11.s2.t2.16

Veranlassung zu festlichen Veranstaltungen geben die Beförderungen, die innerhalb des Sangha eintreten, wenn ein Mönch zum Vorleser (Vâcaka), Lehrer (Upâdhyâya) oder Meister (Âcârya) gemacht wird. Die bei derartigen Gelegenheiten vorzunehmenden Riten sind das Umwandeln des Samavasarana, das Rezitieren von Hymnen und Sprüchen, das Bestreichen mit Vâsa u. ä. Besonders feierlich ist die Weihe eines Âcârya. Hierbei wird das von diesem anzulegende Kleid in der Nacht vor dem Feste geweiht; es werden dann zwei Sitze aufgestellt, auf deren einem der Guru Platz nimmt, während auf dem anderen ein Bündel mit Aksha niedergelegt wird. Nach einer Reihe von Begehungen, dem Hersagen von Sprüchen und Hymnen flüstert der Guru dem zum Meister zu Ernennenden den „Sûri-Mantra“ genannten Spruch dreimal ins Ohr und gibt ihm das Aksha-Bündel in die Hand. Dann verleiht er ihm einen neuen Namen (dieser ist zumeist nur eine Umstellung des früher erhaltenen Kirchennamens, dem der Titel Sûri nachgestellt wird, so wird z. B. aus Indra Vijaya der neue Name Vijaya Indra Sûri). Der neue Âcârya nimmt dann auf dem einen der beiden Sitze Platz und wird von dem Guru und allen Anwesenden verehrt und in schwungvollen Versen als der Verkünder der Jaina-Lehre gepriesen, „welche wie ein Donnerkeil den Berg des Sansâra zerspaltet“. An die Meisterweihe schließen sich Predigten und andere Veranstaltungen religiösen Charakters, und die Laien begehen sie durch ein Fest, das zehn Tage währt.