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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s2.t1.3

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s2.t1.3

Language
German

c7.s2.t1.3

Gegen Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends hatten sich im indischen Geistesleben tiefgreifende Wandlungen vollzogen. Der naive Polytheismus der arischen Einwanderer war durch ein kompliziertes Opferwesen erweitert worden, das die Macht der Götter in der Vorstellung ihrer Verehrer immer mehr beschränkte und die himmlischen Mächte zu den transzendenten Werkzeugen zaubergewaltiger Priester herabdrückte. Die Stellung des Priesterstandes gewann dadurch beständig an Bedeutung; sie steigerte sich noch, je unbeschränkter die Idee der Kastenordnung zur Herrschaft gelangte. Gefördert wurde dieser Prozeß durch das Aufkommen einer Anschauung, die der Härte der sozialen Abstufung gewissermaßen einen ethischen Ausgleich gab: durch die Lehre vom Karma, von der Vergeltungskausalität der Tat, und von der durch sie bestimmten Wiedergeburt.