Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s2.t1.8
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s2.t1.8
- Language
- German
c7.s2.t1.8
Die Anschauungen der ältesten Upanishaden (Brihadâranyaka, Chândogya, Taittirîya, Aitareya, Kaushîtakî) von dem Wesen der Psyche erfahren in den späteren (Kâthaka usw.) eine Umgestaltung durch das Aufkommen einer neuen Vorstellung: der Idee der Individualseele. Geist und Stoff werden jetzt scharf geschieden; das Psychische ist nicht mehr ein Bündel von verschiedenen Faktoren, sondern wird als eine Monade aufgefaßt, die als ewig und unzerstörbar gilt. Jedes Individuum, ob Gott oder Mensch, Tier oder Pflanze, besitzt ein immaterielles Selbst, eine Seele, die — beladen mit der Frucht der Taten früherer Existenzen — solange von einem Dasein zum andern wandert, als das Karma auf sie seine Macht ausübt. Erst wenn die die wahre Natur der Seele verhüllende Wirkung des Karma aufgehoben und die richtige Erkenntnis der Natur des Geistes und seine Wesensähnlichkeit mit dem Brahma erreicht worden ist, wird das Heil gewonnen, das in der (wie auch immer gearteten) intensiven Vereinigung des Einzelgeistes mit dem Weltgeiste besteht.
Cites (6)
- Kauṣītakibrāhmaṇopaniṣad — Sanskrit
- Chāndogyopaniṣad — Sanskrit
- Kaṭhopaniṣad — Sanskrit
- Taittirīyopaniṣad — Sanskrit
- Aitareyopaniṣad — Mahidāsa Aitareya, Sanskrit
- Bṛhadāraṇyakopaniṣad — Sanskrit