Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s2.t3.13
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s2.t3.13
- Language
- German
c7.s2.t3.13
Obwohl selber in seinen Anschauungen durch und durch Asket, hatte Mahâvîra doch auch einen offenen Blick für die Bedürfnisse der Laien. Als tiefgründiger Menschenkenner war er sich darüber klar, daß Kasteiung und Weltentsagung nur von einer kleinen Zahl von Auserwählten durchgeführt werden konnten, daß viele, welche die Lehre in sich aufzunehmen versuchten, zu schwach waren, um die strengen Gebote des Asketentums zu erfüllen. Gleich Pârshva und anderen Meistern ermöglichte er darum auch Laien den Eintritt in seine Gemeinde und forderte von ihnen nur die Einhaltung der großen Gebote in einer für die in der Welt Lebenden durchführbaren Form. Diese organische Einfügung der Laienschaft in den „Sangha“ war für die Verbreitung des Jainismus von außerordentlichem Nutzen; die enge Verbindung zwischen Geistlichen und Laien, die dauernd in der Religion Mahâvîras erhalten blieb, war zweifellos mit einer der Gründe, weshalb das Jainatum sich in Indien bis auf unsere Zeit lebenskräftig erwiesen hat, während andere Religionen, bei welchen dieser Kontakt nicht so eng war, sich später im Gangeslande nicht halten konnten.