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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s2.t3.5

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s2.t3.5

Language
German

c7.s2.t3.5

Über zwölf Jahre lang durchstreifte er die Lande, schutzlos den Unbilden der Witterung preisgegeben. Er besuchte das unwirtliche Gebiet wilder Stämme und ertrug geduldig die Schmähungen und Mißhandlungen der Menschen, die ihn in seinen frommen Übungen zu stören versuchten. Er fastete und legte sich alle Art von Kasteiung auf, er meditierte und sann nach über den Sinn von Welt und Schicksal. Schließlich, nachdem er viel erlebt und gesehen, erlangte er die Allwissenheit, die vollkommene klare Erkenntnis über das Wesen des Sansâra und den Weg, der aus ihm hinaus zur Seligkeit, zur Erlösung führt. Der Überlieferung zufolge geschah dies unter einem Shâla-Baum am Ufer des Flusses Rijupâlika, unweit des Ortes Jrimbhikagrâma. Seit jenem denkwürdigen Moment war Vardhamâna oder, wie man ihn jetzt gewöhnlich mit seinem Ehrennamen nannte, Mahâvîra (,,der große Held“) zu einem Jina geworden, zu einem Sieger, der die Welt überwunden hat, zu einem Arhat (Ehrwürdigen), zu einem Tîrthankara. Fortan betrachtete er es als seine vornehmste Pflicht, die Lehre Pârshvas zu erneuern und die ewige Heilswahrheit aller Kreatur zu verkünden. Den ganzen Rest seines Lebens zog er deshalb umher und predigte den Göttern und Menschen, Ariern und Barbaren. Auf seinen Wanderungen durchmaß er das ganze Gebiet seines Heimatlandes Bihâr und gewann viele Anhänger. Am Ende einer fast dreißigjährigen Lehrtätigkeit starb er in der Kanzlei des Königs Hastipâla zu Pâvâpurî und ging in das Nirvâna ein.