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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s3.t2.4

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s3.t2.4

Language
German

c7.s3.t2.4

Während wir über das Verhältnis der Könige von Magadha zu den Jaina-Lehrern bisher nur durch die legendenhaft ausgeschmückten Erzählungen später Schriftsteller Einzelheiten wissen, die noch dazu mitunter mit den Nachrichten aus anderen Quellen nicht harmonieren, besitzen wir über die Beziehungen von Bindusâras Nachfolger Ashokavardhana (273–232 v. Chr.) zur Jaina-Kirche Material von unanfechtbarer Glaubwürdigkeit. Ashoka war ein großer und weitblickender Herrscher, der es sich besonders angelegen sein ließ, das religiöse und sittliche Leben in seinem großen Reiche zu fördern. Er unterstützte deshalb alle Glaubensgenossenschaften seines Landes in der liberalsten Weise. Für seine Person schloß er sich in seinen späteren Jahren dem Buddhismus an, als dessen „Konstantin“ er vielfach bezeichnet wird; die Jainas meinen aber, daß er vorher ihrer Religion zugehört habe 17. Ungeachtet seiner Vorliebe für die Buddhalehre hörte er nicht auf, für das Wohl der verschiedensten Sekten gleicherweise besorgt zu sein und setzte besondere Beamte ein, welche über die einzelnen Orden zu wachen hatten. In seinem 7. Säulenedikt, das sich mit den Aufgaben der „Dhammamahâmâtas“ (Gesetzesoberen) befaßt, spricht Ashoka auch von den Jainas — es ist dies die erste inschriftliche Erwähnung derselben, soweit wir wissen. Es heißt in der Inschrift: