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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s3.t4.4

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s3.t4.4

Language
German

c7.s3.t4.4

Von einschneidender Bedeutung ist die verschiedene Stellung, welche beide Konfessionen zu der heiligen Tradition einnehmen. Beide lehren sie, daß Bhadrabāhu der letzte Shrutakevalī gewesen sei, und daß die Lehrer nach ihm keine Kenntnis sämtlicher heiliger Schriften mehr besessen hätten. Während jedoch die Digambaras glauben, daß der Kanon allmählich vollständig abhanden gekommen sei, so daß er heutzutage nicht mehr existiere, nehmen die Shvetāmbaras an, der Hauptteil desselben sei bis auf die Gegenwart überliefert worden. Als die Gefahr drohte, daß die Sammlung der heiligen Texte, soweit sie noch durch die stürmischen Zeiten gerettet worden war, verloren gehen könne, hielten die Shvetāmbaras im Jahre 980 (oder 993) nach Mahāvīras Nirvāna unter dem Vorsitz von Devarddhi Gani in der Stadt Valabhī in Gujarāt ein Konzil ab, welches den Kanon endgültig redigierte und ihm so die Form gab, die er im wesentlichen noch heute besitzen soll.