Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s5.t3.1
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s5.t3.1
- Language
- German
c7.s5.t3.1
Wenn die Jainas, wie gezeigt wurde, sogar unter manchen mohammedanischen Herrschern ihren religiösen Bräuchen ungehindert nachgehen konnten, so war dies in den vom Islâm wenig berührten, unabhängigen oder fast unabhängigen Hindu-Staaten natürlich in noch höherem Grade der Fall, mochte auch die Zahl und Bedeutung der Anhänger der Tîrthankaras durch die Kämpfe mit den rivalisierenden Sekten der Shivaiten und Vishnuiten stark zurückgegangen sein. Inschriften und Bauten bekunden, daß im Südwesten Indiens die fürstlichen Patrone des Jaina-Glaubens noch nicht ausgestorben waren. Weit sichtbare Bekenntnisse zur Religion Mahâvîras aus jener Zeit sind die beiden Gommata-Statuen, die in Nachahmung des Kolosses von Shravana Belgola an zwei Orten Süd-Kanaras von glaubenseifrigen Herrschern errichtet wurden: die eine 1432 in Kârkala vom Fürsten Vîrapândya, die andere 1604 in Venûr von Timmarâja. Von Interesse ist es, daß der Jainismus in Maisûr um die Mitte des 16. Jahrhunderts auch mit dem Christentum zu kämpfen hatte. In einer um 1530 abgefaßten Inschrift in Humcha wird erwähnt, daß der Mönch Vidyânanda den Vizekönig von Shrîranganagara (Seringapatam) den Franken-Glauben (Peringiyamata) abschwören ließ, zu welchem dieser anscheinend bekehrt worden war55.