Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s6.9
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s6.9
- Language
- German
c7.s6.9
Während die bisher genannten Gesellschaften weitgesteckte, das ganze Gebiet des Jainismus berührende Ziele haben, suchen andere sich auf einem mehr oder weniger begrenzten Wirkungsfeld zum Nutzen des Ganzen zu betätigen. So gibt es einen „Shrî Jîva Dayâ Gnân Prasârak Fund“ in Bombay, der es als seine Aufgabe betrachtet, für den Tierschutz einzutreten und den Vegetarianismus zu propagieren. Der Verein, dem auch Nicht-Jainas angehören, tut dies, indem er Bücher und Flugschriften, neben indischen auch aus England und Amerika eingeführte, in großen Massen verbreitet und durch den Appell an die Öffentlichkeit, an indische Fürsten usw. auf Abschaffung von Tieropfern hinarbeitet. Gesellschaften wie die „Jaina Students Association“ suchen die Gebildeten unter den Jainas zu sammeln, während die „Jaina Ladies Association“ die Frauen für den Jainismus interessiert. Der 1911 in Mîrat gegründete „Rishabha Brahmacarya Âshrama“ dient der Ausbildung der Asketen. Der Syâdvâda Mahâvidyâlaya in Benares und ähnliche Einrichtungen wollen die Kenntnis der Sanskrit- und Prâkrit-Grammatik, der Logik und Philosophie wachhalten. Auch für die europäische Jaina-Forschung bedeutungsvoll sind die zahlreichen Unternehmungen, die, von reichen Stiftern unterhalten, es sich zum Ziel gesetzt haben, alte Jaina-Werke neu herauszugeben, wie die Gesellschaften „Jaina Vidyâ Prasâraka Varga“ in Pâlitânâ, die „Jaina Vidyâ Shâlâ“ in Ahmedâbâd, die Sammlungen „Yashovijaya Jaina Grantha Mâlâ“, „Râyacandra Jaina Shâstra Mâlâ“, „Sanâtana Jaina Grantha Mâlâ“, die von Sheth Devcand Lâlbai Javeri, von Sheth Bhagubhai Mansukbhai u. a. gestifteten und in ihrem Namen herausgegebenen Serien usw. Auch das Erscheinen von Nachschlagewerken großen Stils wird durch die Munifizenz von Patronen ermöglicht, so das einer „Jain Religion Cyclopaedia“, eines „Illustrated Ardha Magadhi Dictionary“, des Lexikons „Abhidhâna Râjendra“ usw. An englische Leser wenden sich die Bände der Bibliotheca Jainica und die in Aussicht genommene Veröffentlichung von englischen Übersetzungen der „Sacred Books of the Jainas“, die in zwei Serien, einer für Shvetâmbaras und einer für Digambaras, herauskommen sollen. Nicht unbeträchtlich ist jetzt auch schon die Zahl der von Jainas verfaßten englischen Bücher, welche dazu bestimmt sind, die Lehren Mahâvîras darzustellen und ihnen Anhänger zu gewinnen; ich nenne hier nur die Namen von einigen Autoren, die sich durch derartige Veröffentlichungen verdient gemacht haben: Jagmander Lal Jaini, P. C. Nahar, A. B. Latthe, Rickhab Das Jaini, Hîrâchand Lilâdhar Jhaverì, Champat Rai Jain, U. D. Barodia, Kesarichand Bhandari, Manak Chand Jaini, Banarsi Das Jain, und den gelehrten Muni Jinavijaya. Das literarische Leben der Jainas wird befruchtet durch die von Zeit zu Zeit stattfindende „Jain Literary Conference“ (Jaina Sâhitya Sammelan), von deren erster Sitzung in Jodhpur (1913) oben S. 75 gesprochen wurde, sowie die „Jain Literature Society“ (gegründet 1910), welche ihren Sitz in London und Zweigvereine in Indien hat und Arbeiten aus allen Gebieten der Jaina-Forschung in englischer Sprache veröffentlicht.