Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.2
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.2
- Language
- German
c8.2
Die Jainas haben zu allen Zeiten eine reiche literarische Tätigkeit entfaltet. Die Jaina-Schriftsteller gehören in ihrer Mehrzahl dem geistlichen Stande an, sie sind entweder Mönche, welche die vier Monate der Regenzeit, während welcher das ihnen sonst zur Pflicht gemachte Umherwandern verboten ist, für literarische Arbeiten benutzen, oder solche, die sich seßhaft gemacht haben, wie Hemacandra und andere Größen der Jaina-Literaturgeschichte. Dem Überwiegen des klerikalen Elements unter den Autoren entspricht auch Wesen und Inhalt des Jaina-Schrifttums; es trägt in der Hauptsache einen religiösen Charakter, worin es sich im übrigen auch in Übereinstimmung mit den indischen Literaturen überhaupt befindet. Theologisch-philosophische Abhandlungen, Heiligenlegenden, Erbauungsschriften und Preislieder auf die Tīrthankaras nehmen den Hauptplatz in ihm ein; aber auch in den Werken mit weltlichem Inhalt, wie in wissenschaftlichen Büchern, in Dichtungen und Werken der Erzählungsliteratur, in Dramen sowie in Inschriften tritt der religiöse Grundzug mehr oder weniger stark hervor.