Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.9
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.9
- Language
- German
c8.9
„Von dem Bestehen einer solchen Volksmundart, eines Urprâkrits, das von dem vedischen Sanskrit dialektisch verschieden war, haben wir deutliche Anzeichen. Denn manche Wörter im Veda haben schon eine prâkritische Lautform, die mit den sanskritischen Lautgesetzen nicht vereinbar ist: es sind also Lehnwörter aus einem Urprâkrit, welches zur Abfassungszeit der Hymnen des Rigveda im Panjâb gesprochen wurde. Wenn nun dieses Prâkrit aus dem vedischen Sanskrit selbst sich nach natürlichen Gesetzen der Sprachgeschichte entwickelt hätte, so wäre es, wie Walter Petersen² mit Recht betont hat, undenkbar, daß sich die vedischen Dichter den allmählichen und dem Redenden selbst nicht zum Bewußtsein gelangende Veränderungen der Sprache entzogen und die ältere Sprachstufe festgehalten hätten. Aber die Untersuchung der uns erhaltenen Prâkrit-Sprachen zeigt, daß sie weder auf das vedische, noch auf das klassische Sanskrit zurückgehen. Darüber sagt J. Wackernagel³: ‚Daß es in der Tat indische Mundarten gab, die eine von der vedischen Sprache unabhängige indische Entwicklung des indoirânischen Erbteils darstellen, zeigt das in den mittelindischen Denkmälern bewahrte Sprachgut in zahlreichen und deutlichen Belegen.‘“
Linked texts (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit