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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.s2.t2.16

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.s2.t2.16

Language
German

c8.s2.t2.16

Ein anderes berühmtes dramatisches Epos ist die „Bhavisatta-Kaha“ des Kaufmanns Dhanavâla, eines Digambara, der wahrscheinlich im 10. Jahrh. lebte. Die Dichtung zerfällt in 22 Gesänge und ist in gereimten Stropen in der Apabhramsha-Sprache (s. S. 85) abgefaßt, deren wichtigstes Literaturdenkmal sie darstellt⁴². Der Inhalt ist kurz folgender: Der Kaufherr Bhavisatta im Königreiche Kurujangala wird auf einer Geschäftsreise zur Goldinsel unterwegs durch eine Intrigue seines Stiefbruders Vandhuyatta auf einem einsamen Eiland ausgesetzt. Unter merkwürdigen Umständen findet er dort eine schöne Prinzessin, die er heiratet. Nachdem das Paar zwölf Jahre lang in Glück und Wonne gelebt hat, kommen zufällig die Schiffe Vandhuyattas wieder an der Insel vorbei. Die Stiefbrüder versöhnen sich, und Vandhu erbietet sich, Bhavisatta nach der Heimat zurückzubefördern. Schon ist alles zur Abfahrt gerüstet, da fällt unserm Helden ein, daß er einen Edelstein vergessen hat; er verläßt deshalb noch einmal das Schiff, um ihn zu holen. Da befiehlt der böse Vandhu, den Anker zu lichten, und läßt jenen verzweifelt zurück. In der Heimat angelangt, verfolgt Vandhu seine Schwägerin mit Liebesanträgen und läßt alles für seine Hochzeit mit ihr vorbereiten. Mit Hilfe eines Geisterfürsten gelangt Bhavisatta im Luftwagen in seine Vaterstadt. Er enthüllt dem Könige die Verbrechen seines Stiefbruders, erhält seine Gattin zurück, dazu noch die Hand der Königstochter und wird zum Kronprinzen ausgerufen. Der böse Vandhu hingegen flieht zum König von Poyana. Dieser sendet an den Fürsten von Kurujangala ein Ultimatum, in welchem er dessen Unterwerfung und die Herausgabe der beiden Frauen Bhavisattas fordert. Der Kurukönig beantwortet diese unverschämte Forderung mit einer Kriegserklärung. Es kommt zu heftigen Kämpfen, die schließlich mit der Niederlage des Herrschers von Poyana enden. Bhavisatta lebt nun lange glücklich mit seinen beiden Frauen. Schließlich aber wird er durch einen Heiligen, der ihm die Geschichte seiner vergangenen Existenzen erzählt, dazu bewogen, dem Weltleben zu entsagen. Er wird Mönch und erlangt nach mehreren Wiedergeburten die Erlösung.

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