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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.s2.t2.22

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.s2.t2.22

Language
German

c8.s2.t2.22

Auf dem Gebiet der Lyrik nehmen die Jainas für sich das Verdienst in Anspruch, daß zwei bedeutende Anthologien von sehr wertvollen Einzelstrophen in Prâkrit in ihren Kreisen geschaffen oder zum wenigsten in der uns heute vorliegenden Form gesammelt worden sind — ein Verdienst, das freilich der objektiven Prüfung problematisch bleibt, weil keine dieser beiden Gedichtsammlungen einen klar erkennbaren Jaina-Charakter trägt. Die nach volkstümlichen Mustern gedichteten „Siebenhundert Strophen“ (Sattasaî), die unter dem Namen des Hâla Shâtavâhana oder Shâlivâhana gehen, der als einer der Andhrabhrityafürsten des Dekhans den Jainas als ihr Glaubensgenosse gilt (vgl. S. 44), schildern Liebesleid und Liebeslust in entzückenden Genrebildchen. Der Sage nach sollen sie dadurch entstanden sein, daß Sarasvatî, die Göttin der Rede, sich einmal anderthalb Tage lang im Lager Shâtavâhanas aufhielt und das ganze Heer, bis zu den Roß- und Elefantentreibern herab, zur Abfassung von Prâkrit-Gedichten begeisterte und der König dann die 700 besten von diesen auswählte und sammelte. Ich lasse ein paar Kostproben folgen⁴⁸:

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