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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.s2.t2.4

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.s2.t2.4

Language
German

c8.s2.t2.4

Die mythische Vorgeschichte findet ihre Fortsetzung in der Geschichte der Kirche unter den Nachfolgern Mahâvîras. Zahlreiche Schriften beschäftigen sich direkt oder indirekt mit der Darstellung der wechselvollen Geschicke der Jaina-Gemeinde im Laufe der Jahrhunderte. Obwohl in diesen Werken eine Reihe von historischen Tatsachen berichtet werden, sind sie doch so voll von Legenden und Märchen, daß sie nur mit großer Vorsicht als historische Quellenschriften angesehen werden können. Dichtung und Wahrheit verschwimmen in ihnen, ohne daß die Autoren sich dessen bewußt gewesen wären und die stärksten Anachronismen sind in ihnen an der Tagesordnung. Werke dieser Art gibt es in großer Menge. Die Jainas unterscheiden Caritras und Prabandhas ³⁸. Die Caritras sind Biographien von Tîrthankaras, Weltbeherrschern und anderen von den 63 „großen Männern“, aber auch von alten großen Kirchenlehrern bis auf Âryarakshita, der 557 nach Vîra gestorben sein soll. Die Prabandhas befassen sich mit der Lebensgeschichte von hervorragenden Personen der späteren Zeit, Geistlichen sowohl wie Königen, Ministern, Kaufleuten usw. An historische Persönlichkeiten knüpfen auch die in Alt-Gujarâtî metrisch abgefaßten „Râsas“ an, sowie ähnliche Schriften in anderen neuindischen Sprachen. Alle diese Werke wollen nicht nur (allerdings stark märchenhaft ausgeschmückte) Geschichte schreiben, sondern wollen auch durch Mitteilung von Anekdoten usw. der Unterhaltung dienen. Gleichzeitig verfolgen sie zumeist auch noch den Zweck, den Leser religiös und moralisch zu erbauen, den Jainaglauben zu propagieren und den Mönchen Stoff für ihre Predigten zu liefern.