Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s5.t2.83
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s5.t2.83
- Language
- German
c9.s5.t2.83
Malli wuchs zu einer Jungfrau von herrlicher Schönheit heran. Die Freunde aus ihrer Existenz als Mahâbala, die als Königssöhne wiedergeboren worden waren, wurden alle durch ihre Anmut und durch die Liebe, die sie aus ihrem früheren Dasein für sie hegten, dazu veranlaßt, um ihre Hand anzuhalten. Ihr Vater verweigerte seine Tochter jedoch jedem. Da taten sich die erzürnten Freier zusammen und zogen gegen Mithilâ zu Felde. Als die Stadt von ihnen eingeschlossen war und der König sich nicht mehr zu helfen wußte, riet ihm Malli, die Könige alle durch das Versprechen, daß er ihnen die Tochter geben wolle, in eine von ihr erbaute „Truglaube“ zu rufen, von welcher aus man durch eine Netzwand eine Bank sehen konnte, auf welcher eine Puppe saß, die der Malli täuschend glich. Die Könige sahen die Figur und glaubten, diese sei Malli selbst; die Königstochter erschien jedoch und öffnete eine durch Blumen verborgene Öffnung, wodurch die Puppe einen unerträglichen Gestank von sich gab. Malli hatte nämlich, da sie die bevorstehenden Werbungen durch ihr transzendentes Wissen seit langem vorausgesehen hatte, die Puppe schon vor einem größeren Zeitraum herstellen lassen und durch die Öffnung täglich Speisereste in sie hineingeworfen, wodurch sich der widerliche Geruch in ihr entwickelte. Malli erklärte darauf den erstaunten Fürsten die Vergänglichkeit irdischer Schönheit, erinnerte sie an ihre gemeinsame Askese in der früheren Existenz und veranlaßte sie zur Weltentsagung. Alle nahmen dann die Weihen, und Malli ging, 55 000 Jahre alt, mit ihnen auf dem Sameta-Berg in die Erlösung ein, 1000 Kotis Jahre nach Ara 67.