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Die Religion des Veda c5.s2.11

Die Religion des Veda c5.s2.11

Language
German

c5.s2.11

Der Ertrag, den die Yajusformeln für die Kenntnis der vedischen Götter ergeben, ist natürlich verglichen mit dem des Ṛgveda gering. Die Götter sind hier Nebensache; man hat den Eindruck, daß sie eben nur da und dort als eine nicht recht hingehörige Staffage hineingesetzt sind und dementsprechend auch das, was sie zufällig je nach dem Zusammenhang der Opferhandlung zu tun haben, mit ihrem eigentlichen, für die Ordner der Yajus schon stark verblaßten Wesen nur in losem Zusammenhang steht. Im ganzen kommt eben in diesen Sprüchen eine verglichen mit der Blütezeit des vedischen Götterglaubens offenbar jüngere Denkweise zu Wort, die sich über die alte Gestalt des Opfers gelagert hat: eine Weltanschauung, für die Himmel und Erde, Ein- und Ausatmen, die menschlichen Sinne und Kräfte, die Versmaße ebenso bedeutende, vielleicht bedeutendere Potenzen sind als Indra und Varuṇa. Daneben aber sind die Yajus von unvergleichlicher Wichtigkeit für die Kenntnis des Opferrituals, das sie oft bis zu seinen minutiösesten Vorgängen Schritt für Schritt begleiten und damit deren Bezeugtheit, die sonst meist nur auf Brāhmaṇa- und Sūtra-texten beruhen würde, in wesentlich höheres Altertum hinaufrücken. So sind sie für uns eine Hauptquelle für die Vorstellungen von dem verborgenen Geschehen, dem Spiel zauberhafter Mächte, das man im Opfer und um das Opfer herum sich vollziehend dachte, und für das Verständnis der Mittel, welche der Kultus anwandte, um jene Vorgänge und Mächte zu beeinflussen.

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