Die Religion des Veda c5.s5.16.2
Die Religion des Veda c5.s5.16.2
- Language
- German
c5.s5.16.2
wie Varuṇa die Sonne bewahrt, daß sie nicht vom Himmel herabfalle, wie er ihr den Weg über das Himmelsgewölbe bahnt, hält Ahura die Erde, daß sie nicht herabfalle, und bahnt der Sonne und den Sternen ihren Weg¹). Und weiter kann man hinzufügen: der ganze Typus solcher Götter²), die mit schnellen Rossen auf ihren Streitwagen das Luftreich durcheilen, licht und wahr, unberührt oder doch wenig berührt von Zügen der Tücke, Grausamkeit, Wollust, freilich auch nicht teilhaft des Geheimnisses olympischer Götterschönheit: dieser Typus des zu himmlischer Höhe erhobenen fürstlichen Ariers prägt sich in der awestischen so gut wie in der vedischen Götterwelt aus. Ähnlich steht es mit den eng verwandten und wechselseitig sich erklärenden Vorstellungen beider Nationen vom ersten Menschen und ersten Toten, dem Beherrscher der Toten, Yama des Vivasvant Sohn (awestisch Yima Sohn des Vīvahvant). Ähnlich ferner steht es mit dem Opfer. Beide Völker brachten als vornehmste Spende den berauschenden Saft des Soma (Haoma) dar¹), den die Priester beider als den Herrn der Pflanzen, den auf den Bergen wachsenden, vom himmlischen Regen genährten, vom Adler oder den Adlern herabgebrachten feierten. In Iran wie in Indien preßte man den Saft der Somapflanze aus, reinigte ihn mit dem Haarsieb und mischte ihn mit Milch und Wasser.