Die Religion des Veda c5.s5.16.3
Die Religion des Veda c5.s5.16.3
- Language
- German
c5.s5.16.3
Der rechte Somatrinker freilich fehlt dem awestischen Opfer, Gott Indra: er hatte der zarathustrischen Vergeistigung des religiösen Wesens das Feld räumen müssen, und so war hier das Gelage des trunkenen Gottes zu einem Gewirr von Weihungen und symbolgewordenen Überlebseln aller Art abgeblaßt. Die ursprüngliche Verwandtschaft des beiderseitigen Rituals bleibt aber doch überall sichtbar. So befand sich auf dem awestischen wie auf dem vedischen Opferplatz ein Polster oder Bündel von Pflanzen, ursprünglich gedacht als Sitz der Gottheit, von beiden Völkern mit eng verwandten Namen benannt (Barhis, Baresman)²), von den Iraniern, wenn sich auch bei ihnen die äußere Form der Verwendung geändert hatte, doch ebenso wie von den Indern als „ausgebreitet“ (*stereta*, *stīrṇa*) bezeichnet: den frommen Opferer hieß man danach in beiden Ländern den Mann mit ausgebreitetem Barhis oder Baresman.