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Die Religion des Veda c6.s1.45.2

Die Religion des Veda c6.s1.45.2

Language
German

c6.s1.45.2

den eng verwandten Iraniern¹), die konkrete Spur derartiger Entwicklungen verfolgen läßt, glaube ich, daß auch in Indien manches auf sie hinweist. Die spätere Literatur Indiens ist reich an Geschichten wie der in den „Zweiunddreißig Thronerzählungen“ von dem Mann, den seine Frau betrügt und der aus Kummer hierüber gestorben als böser Geist jede Nacht wiederkehrt sie zu peinigen²). Für die Gegenwart stellt Monier Williams¹) es als allgemeinen Glauben der Hindus fest, daß die Mehrzahl böser Geister verstorbene Menschen sind: hier spukt der Geist eines von einem Tiger getöteten Milchmanns, dort der Geist eines Töpfers, der Schrecken der ganzen Nachbarschaft, bei welchen Geistern natürlich im Lauf der Zeit leicht der Zusammenhang mit der Erinnerung an den und den Verstorbenen verloren gehen und die bloße Gestalt eines die Menschen peinigenden Unholds übrig bleiben kann. Schwerlich darf man derartigem Volksglauben das Recht, für Untersuchungen über die vedische Zeit Fingerzeige zu geben, in der Weise absprechen, daß man ihn unter die große Rubrik der Seelenwanderung stellt und ihn damit vom Zusammenhang wenigstens mit dem älteren vedischen Glauben abgeschnitten zu haben meint.