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Die Religion des Veda c6.s1.45.3

Die Religion des Veda c6.s1.45.3

Language
German

c6.s1.45.3

Vermutlich wird sich immer deutlicher zeigen, daß die Seelenwanderungslehre nicht viel mehr ist als die systematisierende, schablonisierende, das einzelne ins Unabsehbare steigernde Verwertung von Elementen, die zwar für uns in der Tradition zurücktreten, aber darum doch so alt und älter sind wie indischer Glaube und indisches Volkstum überhaupt: und daß zu solchen Elementen eben auch die hier erwähnten Vorstellungen gehören, wird schon durch ihre weite Verbreitung in niedrigsten Kulturgebieten wahrscheinlich. Ganz fehlen direkte Spuren des Zusammenhangs verschiedenartiger Dämonen mit Seelen Verstorbener übrigens auch in der älteren Literatur nicht. In einem Zauberlied des Atharvaveda zur Vertreibung der Kobolde, die im Kuhstall und Wagenraum und die am Grunde des Hauses sitzen, wird zu diesen gesagt (II, 14, 5): „ob ihr von den festhaftenden Geistern seid oder von Menschen gesandt, oder ob ihr Kinder der Dasyus seid“ — also böse Geister vom Stamm der dunkelfarbigen Ureinwohner, was denn doch der Vorstellung von feindlichen Seelen nahe genug kommt. So werden auch im Totenkult „die Dasyus, die unter die Väter eingedrungen sind, die das Gesicht Verwandter angenommen haben“ vom Opfer abgewehrt¹) — feindliche Seelen, scheint es, die den Genuß der Opferspeise mit den befreundeten zusammen erschleichen wollen. Anderwärts ist direkt von „den Asuras, den Rakṣas, die unter den Vätern weilen“ die Rede²);