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Die Religion des Veda c6.s2.8.3

Die Religion des Veda c6.s2.8.3

Language
German

c6.s2.8.3

Vielleicht urteile ich über die Zukunftsaussichten, die der Forschung hier aufgetan sind, allzu pessimistisch. In jedem Fall halte ich die bisher in dieser Richtung gemachten Versuche für wenig erfolgreich¹). Wenn beispielsweise den Aśvin anscheinend ursprünglich nicht wie dem Indra Soma dargebracht wurde, sondern Honig, dürfte es doch höchst gewagt sein, hierauf die auf einen späten grammatischen Text sich stützende Beobachtung anzuwenden, „daß man Völker in Indien nach Tränken unterschied . . .; verschieden wie der nationale Trank, waren die Götter, denen man ihn weihte“²). Im Fall der Aśvin müßten nun die Beiträge der verschiedenen Nationen schon lange vor der vedischen Zeit zusammengeflossen sein; man bedenke die Daten des Awesta und der Funde von Boghazköi (oben S. 24). Aber wohnt denn wirklich dem Schluß von verschiedenem Trank auf verschiedene Nationalität irgendwelche Überzeugungkraft bei? Kann nicht innerhalb desselben nationalen Vorstellungskreises das verschiedene Wesen zweier Götter, etwa ihr Zusammenhang mit verschiedenen Naturerscheinungen, es mit sich bringen, daß sie, wie sie verschiedene Opfertiere essen, so auch Verschiedenes trinken — der wilde Gewitterer den stürmisch erregenden Rauschtrank, die tauspendenden Morgengötter den dem Tau wesensgleichen Honig?