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Die Religion des Veda c7.s1.58

Die Religion des Veda c7.s1.58

Language
German

c7.s1.58

Die dargestellten Auffassungen werden die Konsequenz haben, daß an vielen Stellen, die man auf Gewitterwolke und Blitz zu beziehen pflegte, diese Deutung wahrscheinlich hinter der auf das gewöhnliche Wasser — einschließlich des Wassers der Wolke, aber nicht sofern diese blitzt, sondern sofern sie die Erde befruchtet — und auf das in diesem Wasser latente Feuer zurückzutreten haben wird. Man betrachte etwa folgende Stellen aus einem Liede (Ṛv. III, 1), das sich mit besonderer Vorliebe in Agnis verborgenes Dasein vertieft. „Die Götter fanden Agni den Herrlichen in den Wassern bei dem Werk der Schwestern (d. h. eben der Wasser). Die sieben Jungfrauen (die Flüsse) hatten den Gesegneten großgezogen, der weiß zur Welt kommt, den rötlichen, in seiner Größe. Sie liefen zu ihm wie Stuten zum neugeborenen Füllen. Die Götter bestaunten Agni bei seiner Geburt ... Er ist zu ihnen gegangen, die nicht essen, den untrüglichen, zu des Himmels jungen Töchtern, die sich nicht kleiden und doch nicht nackt sind. Da empfingen die alten, die jungen, die einem Schoß entstammenden, die sieben Töne¹ eine Leibesfrucht. Ausgebreitet wurden seine allgestaltigen geballten Massen im Mutterschoß der Butter, im Strom der Honigtränke. Dorthin traten die strotzenden Milchkühe. Des Wunderkräftigen Eltern sind die beiden großen einander zugekehrten (Welten). Der du getragen warst (im Mutterschoß), Sohn der Kraft, du hast aufgeleuchtet, helle gewaltige Wundergestalten annehmend. Es triefen die Ströme von Honigtrank, von Butter, wo der Stier herangewachsen ist an Weisheit.“ Einen überzeugenden Hinweis auf Wolke und Blitz kann ich hier nicht entdecken. Der vedische Dichter, der von diesen spricht, braucht andere Ausdrücke¹). Mir scheint nur gesagt, daß Agni in den Wassern, die vornehmlich als die sieben irdischen Ströme vorgestellt sind, verborgen weilt und aus ihnen Kraft saugt; dann wird er, indem die sieben Töne des heiligen Liedes erklingen, für das Opfer entflammt, an Stätten, wo Butter und süßer Trank fließt. —

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