Die Religion des Veda c7.s2.117
Die Religion des Veda c7.s2.117
- Language
- German
c7.s2.117
Es läßt sich nicht mit Sicherheit behaupten, daß von Anfang an da wo Asuras als überwundene Feinde Indras oder anderer Götter erscheinen, die Vorstellung von einer eigenen Klasse dämonischer Wesen mit diesem Namen verbunden gewesen ist¹). Wenn Agni oder Indra Asurentöter heißt, braucht darin eben nur zu liegen, daß er mit übernatürlichen Zauberkräften begabte Feinde getötet hat; diese Feinde können an sich ebensowohl Dasyus sein — so werden Pipru und Varcin als Asuras bezeichnet — wie Dämonen: so der die Sonne verfinsternde Svarbhānu. In jüngeren Liedern des Ṛgveda aber ist die Vorstellung von den Kämpfen und Siegen einzelner Götter über einzelne Asuras zu der, so viel ich sehe, der älteren Zeit noch fremden Gegenüberstellung zweier großer feindlicher Heerlager, des guten, freundlichen, göttlichen und des bösen, feindlichen, asurischen ²), weiter entwickelt worden. Agni, von den Göttern zum Opferpriester eingesetzt, sucht nach dem Zauberwort „durch das wir Götter die Asuras überwinden mögen“ (X, 53, 4). Eine andere Stelle erzählt, wie „die Götter, als sie die Asuras getötet hatten, einherzogen — die Götter ihre Göttlichkeit bewahrend“ (X, 157, 4). Ein philosophierendes Lied, das sich mit den Anfängen des Daseins beschäftigt, spricht von dem „was jenseits von Göttern und Asuras ist“ (X, 82, 5). Am eingehendsten ist von der Rivalität der Götter und Asuras in einem erzählenden Lied die Rede, in dem die Asuras als die Weltbeherrscher in einem der Obmacht der Götter vorangehenden Zeitalter gedacht scheinen¹). Agni, der lange in dunkler Verborgenheit geweilt hat, geht „von dem Nichtgott“ ins Lager der Götter über, „von der nicht opferwürdigen Seite zum Anteil am Opfer“. Er sagt sich vom „Vater Asura“ los, und so gehen die Asuras ihrer Zaubermacht (*māyā*) verlustig; Indra tötet Vṛtra, und die Herrschaft der Götter ist entschieden²). —
Linked texts (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit