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Die Religion des Veda c7.s2.121

Die Religion des Veda c7.s2.121

Language
German

c7.s2.121

² Es liegt außerhalb unserer Aufgabe, die in den Brāhmaṇa-texten und der übrigen späteren Literatur zu unendlichen Malen wiederholten und variierten Geschichten von den Kämpfen der Götter und Asuras zu betrachten, welche für die Phantasie dieser Theologen fast so im Vordergrund stehen, wie für awestische oder nordische Mythendichter die Kämpfe zwischen den Reichen Ahuramazdas und Anromainyus, zwischen Asen und Riesen. Hier sei nur auf den in diesen Erzählungen häufigen Zug hingewiesen, daß die Götter zuerst im Nachteil sind; darauf erfinden sie diese oder jene List, diesen oder jenen Opferkunstgriff, und nun gewinnen sie den Sieg. Ich glaube, daß man die Erklärung dieses Zuges zu sehr in der Tiefe gesucht hat, wenn man dabei „die Erinnerung an den alten Asura, welcher einst die schöne Welt regierte“ (*v. Bradke* 106 A. 2), oder etwa Rassenunterschiede (T. Segerstedt, *Revue de l’hist. des religions* LVII, 161 ff.) im Spiel sein läßt. Da jene Geschichten in den Sieg der Götter auslaufen und den in der Regel von einem bestimmten Kunstgriff herleiten, so gehört zu wirkungsvoller Erzählung, daß es den Göttern zuerst schlecht ging.