Die Religion des Veda c7.s2.122
Die Religion des Veda c7.s2.122
- Language
- German
c7.s2.122
Geschichtliche Vorgänge. Wie in den Siegen über die Dasyus blicken geschichtliche Ereignisse noch an anderen Stellen der Indrahymnen durch: so wenn Indra als Herbeiführer des Turvaśa und Yadu gepriesen wird. Dies sind die eponymen Ahnherrn zweier eng verbundener arischer Stämme, die neben freundlich gehaltenen Äußerungen gelegentlich auch — das sicherste Kennzeichen geschichtlicher Wirklichkeit — in feindlichem Ton genannt werden³). Indra hat Turvaśa und Yadu aus der Ferne hergeführt und die Flüsse ihnen überschreitbar gemacht. „Den Turvaśa und Yadu, ob sie gleich nicht schwimmen konnten, hat Indra, der Herr der Kräfte, der Kundige, hinübergebracht“ (IV, 30, 17): der Herr aller Kämpfe ist eben auch der Patron der Wanderungen, die sich damals durch das stromreiche Land bewegten. — Ganz in historische Zeit hinein reichen die Kämpfe des Königs Sudās; ihm hat Indra auf das Gebet seiner Priester, der Tṛtsu, unter denen der hochberühmte Vasiṣṭha mit den Seinigen damals voran gestanden zu haben scheint¹), den Sieg gegeben und die Feinde in Wasserfluten umkommen lassen. „Der Gang, den sie gingen, zur Paruṣṇī, ward zum Untergang. Da ist auch der Schnelle nicht zum Ziel gelangt ... Auf einmal hat Indra alle ihre Festen, ihre sieben Burgen mit Macht zerbrochen“ (VII, 18, 9. 13). Man sieht, wie die für die Bezwingung der Dasyus charakteristische Wendung — die von Indra zerbrochenen Burgen — hier im Zusammenhang unzweifelhaft historischer Kämpfe erscheint. „So hat mit ihnen (den Vasiṣṭhiden),“ heißt es in bezug auf diese und verwandte Kämpfe, „Indra den Strom überschritten, so hat er mit ihnen den Bheda geschlagen; so hat in der Zehnkönigsschlacht Indra dem Sudās geholfen auf euer Gebet, ihr Vasiṣṭhas“ (VII, 33, 3). Zu ihm, dem Siegverleiher in den Kämpfen, der auf seinem Streitwagen, von den beiden Falben gezogen, den Vajra in der Hand die Schlachten lenkt, wenden denn auch die Krieger immer von neuem ihr Gebet. Er ist es, „der von den Helden anzurufen ist und von den Furchtsamen, der von den Fliehenden gerufen wird und von den Siegern“ (I, 101, 6). „Ihn rufen auf beiden Seiten die Männer beim Zusammenstoß; im Kampf auf Tod und Leben machten sie ihn zu ihrem Schützer“ (IV, 24, 3). „Mit wenigen,“ sagt man zu ihm, „tötest du den zahlreicheren Feind, der übermütig ist in seiner Kraft — mit den Freunden, die bei dir sind“ (IV, 32, 3). Ich schließe diese Zusammenstellung mit dem ersten Vers eines Schlachtliedes (X, 103), das nach einem jüngeren Ritualtext²) der königliche Hauspriester spricht, indem er den in die Schlacht ziehenden König anblickt: „Der Schnelle, die Hörner wetzend wie ein furchtbarer Stier, der Dreinschläger, der Erschütterer der Lande, der Brüller, mit stets geöffnetem Auge, der einzige Held: hundert Heere zumal hat Indra besiegt.“ —
Linked texts (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit