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Die Religion des Veda c7.s3.44

Die Religion des Veda c7.s3.44

Language
German

c7.s3.44

Eine gewisse Bestätigung aber für Mitras Sonnennatur liegt in der überzeugenden Einfachheit und Durchsichtigkeit der sich ergebenden Konsequenzen. Jenem ältesten, hervortretendsten und aufs tiefste mit Mitras Wesen verwobenen Zug, daß dieser Gott mit einem zweiten Gott ein Paar bildet, entspricht es, daß die Sonne ein Paar mit dem Mond bildet¹). Damit langen wir bei der Deutung Varuṇas als eines Mondgottes an²) — sie soll durch ein keilschriftliches Zeugnis bestätigt werden³) —: wobei natürlich an das ursprüngliche Wesen des Gottes gedacht ist, nicht an die für die vedischen Ṛṣis lebendige Vorstellung von Varuṇa⁴) und noch weniger an die der zarathustrischen Theologen von Ahura Mazda⁵). Auf das schlagendste aber stimmen zu dieser Auffassung die oben (S. 182) erwähnten Materialien, die das Verhältnis von Mitra und Varuṇa an den Gegensatz von Tag und Nacht, hell und dunkel knüpfen oder in irgend einer Form dem Varuṇa, anders als Mitra, Züge des Unheimlichen beilegen. Ein großes Lichtwesen, dem besondere Beziehung auf die Nacht zukommt: drängt sich da der Gedanke an den Mond nicht von selbst auf?