Die Religion des Veda c7.s3.92
Die Religion des Veda c7.s3.92
- Language
- German
c7.s3.92
Man sollte diesen Begriff der Nichtgebundenheit, der so eng mit greifbarsten Wünschen und Sorgen für das eigene Leben verknüpft ist, nicht in den der Unendlichkeit verflüchtigen und Aditis Gestalt etwa im Hinausstreben der Phantasie zu den unendlichen Weiten des Raumes jenseits von Sonne und Morgenröte wurzeln lassen. Ebensowenig darf man, meine ich, indem man der Freiheit von Banden die Wendung auf die Zeit gibt, Aditi als Unvergänglichkeit, oder mit Herbeiziehung eines Natursubstrats, als das himmlische Licht in seiner Unvergänglichkeit deuten. Damit schiebt man in den Mittelpunkt, was höchstens an der Peripherie seine Stelle hat. Richtig, ja selbstverständlich ist nur zunächst dies, daß der „Freiheit“, indem sie personifiziert und mit Varuṇa und seiner Göttergruppe verwandtschaftlich verbunden wurde, nun auch — vielleicht von Anfang an — konkrete Attribute beigelegt worden sind, die der Lichtnatur wie der ordnenden Herrschernatur jener Gottheiten entsprachen, zumal die Vorstellungen von Licht und Freiheit untereinander eng verknüpft waren.