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Die Religion des Veda c7.s5.5.2

Die Religion des Veda c7.s5.5.2

Language
German

c7.s5.5.2

Die Vorsichtsmaßregeln, von denen sein Kultus ähnlich wie der Totenkult umgeben ist, werden bei der Darstellung des Kultus eingehender zur Sprache kommen. Hier sei erwähnt, daß als Opfergaben für ihn häufig der Dorfwirtschaft nicht angehörige Produkte der Wildnis erscheinen ⁵). Das Verb, das für Zuwendung von Gaben an ihn charakteristisch ist (*nir-ava-dā*), kann etwa übersetzt werden „abfinden“, d. h. ihm seinen Anteil geben, damit er sich entferne ⁶). Dieser Vorstellung des Abfindens entspricht es, wenn zuweilen nach Darbringungen an andere Götter zum Schluß, abgesondert vom übrigen, irgend ein Rest oder Abfall Rudra zugewandt wird, um ihn nicht leer ausgehen zu lassen. Eine Handvoll Gras von der Opferstreu wird in die Opferbutter oder sonstige Opferspeise getaucht und ins Feuer geworfen mit dem Spruch: „Der du Herrscher über das Vieh bist, Rudra, du Stier, an der Leine wandelnd: tu unserem Vieh keinen Schaden. Dies sei dir geopfert“¹). Nach der eigenen Mahlzeit soll man, was an den Kochtöpfen von Speiseresten haftet, „in der nördlichen Himmelsgegend an einer reinen Stelle für Rudra ausgießen: so wird die Stätte des Hauses glückbringend“²). Diese Stelle zeigt auch, was anderweitig stehend wiederkehrt, daß Rudras Wohnung — abgesondert vom Bereich der übrigen Götter, dem Osten — im Norden ist. Im Norden des vedischen Landes liegt das Gebirge. So finden sich häufige Bezeichnungen Rudras wie „Bergbewohner“, „Bergwandler“, „Bergbeschützer“;