Die Religion des Veda c7.s6.105
Die Religion des Veda c7.s6.105
- Language
- German
c7.s6.105
Wie ihre Gefährtinnen, die schönen Apsaras, haben die Gandharven im Veda sehr mannigfache Stätten und Sphären der Tätigkeit. Aber wie es bei den Apsaras doch erkennbar bleibt, daß ihr Wesen als Wassernymphen den Ausgangspunkt von allem bildet, darf vielleicht angenommen werden, daß auch die Gandharven ursprünglich bestimmter lokalisiert gewesen sind. Ich möchte Dämonen in ihnen vermuten, die in den hohen Regionen des Himmels und Luftreichs ihr Wesen treiben, man kann etwa sagen Luft- und Lichtelben²). Der Ṛgveda spricht vom „himmlischen Gandharva, dem Durchmesser des Luftreichs“; er läßt den Gandharven „in den bodenlosen Lufträumen“ erscheinen, „aufgerichtet auf dem Himmelsgewölbe“ stehen³). Auch im Atharvaveda wird an einer Stelle, die den Apsaras das Meer als Heimat zuweist, zum „himmlischen Gandharven“, „dessen Haut wie die Sonne glänzt“, gesagt: „am Himmel ist deine Stätte.“ Der Gandharva, der bei der Hochzeit um die Braut herum sein Wesen treibt und aus deren Nähe weggescheucht wird, „hat sich entfernt, der Gott, zu seiner höchsten Wohnstatt“¹). An einer Reihe von Stellen wird ein Gandharva mehr oder weniger deutlich mit irgend einem bestimmten himmlischen Lichtwesen oder einer himmlischen Lichterscheinung identifiziert: so mit den Sternen der Mondbahn, dem Regenbogen; eine Aufzählung von Gandharven wird gegeben, in der Agni, Sonne, Mond, Wind, Opfer, Geist erscheinen: neben offenbaren Phantasiespielen doch deutlich hervortretend Wesen der lichten Luft- und Himmelsregion. Die Fata Morgana wird — freilich nicht im Veda nachweisbar — als „Gandharvenstadt“ benannt²). Mit dem Soma, dessen Heimat in der Himmelswelt ist, macht dort der Gandharva sich zu schaffen; er „bewacht seine Stätte“; „er steht aufgerichtet auf dem Himmelsgewölbe, alle seine (des Soma) Gestalten betrachtend“; zusammen mit Parjanya dem Regengott und der Tochter der Sonne haben die Gandharven des Soma gewaltet, ihn, wie die Sonnentochter ihn brachte, in Empfang genommen und Saft in ihn hineingetan³). Aber diese Fürsorge der Gandharven für den Soma hat ihre Kehrseite; sie sind auch eifersüchtige Hüter des kostbaren Tranks und suchen ihn
Cites (2)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Atharvavedasaṃhitā — Atharvan & Aṅgiras, Sanskrit