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Die Religion des Veda c7.s6.124

Die Religion des Veda c7.s6.124

Language
German

c7.s6.124

Doch wir kehren zu dem im vorhergehenden schon vielfach berührten weiblichen Gegenbild der Gandharven, den Apsaras zurück. Ihr Name „Wasserwandlerinnen“ (?) scheint ihr ursprüngliches Wesen auszudrücken: sie sind Wassernymphen, Schwestern der Nereiden, der Schwanenjungfrauen. „Die Apsaras des Meeres sind zum Soma hingeströmt,“ sagt eine der ältesten Stellen, die der Apsaras Erwähnung tun (Ṛv. IX, 78, 3), mit Beziehung auf die Wassergüsse, die dem Göttertrank beigemischt werden. „Im Meer, sagt man mir, ist ihr Sitz, von wo sie im Nu hin- und hergehen“ (Av. II, 2, 3). „Zum Fluß sollen die Apsaras gehen“ (Av. IV, 37, 3): so vertreibt man sie aus der menschlichen Nähe. In einem Lotusteich schwimmt die Apsaras Urvaśī mit ihren Gefährtinnen umher, als der verlassene Gatte Purūravas sie wiederfindet; zu „Urvaśī samt den Flüssen“ betet ein Dichter des Ṛgveda (V, 41, 19). Und in der späteren Literatur sind die Stellen häufig, welche die Apsaras an Waldteichen, an Flußufern, besonders am Ufer der Gaṅgā, und ähnlichen Stätten sich vergnügend schildern¹). Aber wie die Gandharven verbreiten sich auch die Apsaras von ihrer eigentlichen Heimat in die verschiedensten Naturgebiete. Die Nymphen des Wassers steigen zur Höhe auf und treiben in den Gewässern des Luftreichs und in der Himmelswelt ihr Wesen; die „Wolkige, Blitzige, Sternige“ heißen die Göttinnen, die den Gandharven Viśvāvasu begleiten; „am höchsten Himmel lächelt die Apsaras ihren Geliebten an“²). Und auf der Erde gehen die Wassernymphen in Baumnymphen und Bergfräulein über³). Wir erwähnten schon, wie der Atharvaveda (IV, 37, 4) die Lieblingsstätten der Apsarasen beschreibt, „wo Aśvatthabäume und Nyagrodhas sind, die großen Bäume, die laubumlockten, wo ihre Schaukeln sind, die gelben und weißlichen, und wo ihre Zimbeln und Lauten ertönen.“ Die mächtigsten Bäume wie Nyagrodha und Udumbara, Aśvattha und Plakṣa sind „die Häuser der Gandharven und Apsaras“. Kommt ein Hochzeitszug bei solchen Bäumen vorbei, betet man: „Die Gandharven und die göttlichen Apsaras, die in diesen Bäumen, den Waldesherren wohnen, die mögen diesem jungen Weibe gnädig sein; sie mögen dem Hochzeitszug, der hier gezogen kommt, kein Leid tun“⁴). Jüngere Texte sprechen von Bergen als Lieblingssitzen der Apsaras, wo sie mit den Gandharven zusammen ihre Spielplätze haben⁵); sie vergnügen sich dort nach der Art der Seligen Fräulein, die der Volksglaube in den höchsten Regionen unserer Hochgebirge spielend und singend vorstellt.

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