Die Religion des Veda c7.s6.28
Die Religion des Veda c7.s6.28
- Language
- German
c7.s6.28
Ist es nun möglich, über diese Vorstellung von Viṣṇu als dem Durchmesser der Raumesweiten hinaus zu einem tiefer liegenden Ursprung seiner Gestalt vorzudringen? An Versuchen in dieser Richtung hat es nicht gefehlt. Ein Forscher hat, mir scheint ohne ausreichende Begründung und ohne Zusammenhang mit der ganzen eben beschriebenen Rolle des Gottes, in Viṣṇu ein Seelenwesen oder „sozusagen die Grundsubstanz der Manen“ finden wollen¹). Andere erklären Viṣṇu für einen Sonnengott. Die drei Schritte sollen Aufgang, höchsten Stand, Untergang der Sonne bedeuten. Gewiß ist es nicht unmöglich, daß Verdunklungen und Verschiebungen in der Tat ein ursprünglich solarisches Wesen zum vedischen Viṣṇu gewandelt haben; für wahrscheinlich kann ich es nicht halten. Bestimmtere auf die Sonne weisende Spuren vermisse ich — Beziehungen irgendwie gesicherten Alters zum Tageslauf mit Morgen, Mittag, Abend, oder zum Jahreslauf²). Bei Viṣṇu führt der dritte Schritt zur höchsten Höhe; bei der Sonne leistet das der zweite Schritt, und der dritte geht ins Dunkel hinab ¹). Die Vorstellung des Lichts spielt bei Viṣṇu keine größere Rolle als ungefähr bei jedem vedischen Gott.