Die Religion des Veda c7.s8.3.2
Die Religion des Veda c7.s8.3.2
- Language
- German
c7.s8.3.2
Zweifellos ist das überall oder fast überall bildlich gemeint und ist eben nur an ein Hervorbringen im allgemeinen gedacht, ohne daß über dessen genaue, sozusagen technische Natur durch jenen Ausdruck etwas ausgesagt würde. Als Subjekte aber alles dieses Arbeitens oder Hervorbringens erscheinen bald die Götter im allgemeinen, bald, der Weise des vedischen „Henotheismus“ entsprechend, der Reihe nach so ziemlich alle einzelnen Götter, wie eben die Sänger sie gerade zu preisen haben, dazu auch die hingegangenen „Väter“ (siehe unten S. 285). In erster Linie stehen Indra und Varuṇa, der eine mehr mit seiner ungeheuren Kraft die Dinge bemeisternd, der andere sie ordnend durch Weisheit und verborgenes, wunderbares Können. Unvermeidlich entstehende Kollisionen der verschiedenen Vorstellungsreihen werden gelegentlich gefühlt und dann natürlich als Sitz besonderer Mysterien bestaunt. Himmel und Erde sind Vater und Mutter der Wesen, und doch hat Indra Himmel und Erde hervorgebracht; so wird zu ihm gesagt: „Du hast Vater und Mutter zusammen aus deinem Leibe gezeugt“ (X, 54, 3). Im ganzen kann man den hier besprochenen Vorstellungen eine gewisse Dürftigkeit wohl nicht absprechen; Macht der Phantasie, Tiefe des Denkens kommt kaum in ihnen zur Erscheinung.