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Die Religion des Veda c7.s9.41

Die Religion des Veda c7.s9.41

Language
German

c7.s9.41

Das Bild von den auf dies Fluidum der Sünde bezüglichen Vorstellungen wird weiter unten durch die Erörterung des Sühnkultus vervollständigt werden. Dort wird zu zeigen sein, wie sich mannigfacher Zauber auf die Beseitigung jener Substanz richtete, wie man sie wegwusch, abwischte, verjagte, verbrannte, sie gleich einer Krankheit durch Heilkräuter überwand. Hier sei nur noch hervorgehoben, wie diese Anschauungen von Schuld und Sühne der Verinnerlichung und Vertiefung des sittlichen Bewußtseins ernste Hindernisse bereiten mußten. Wo sich die Schuld, wie sie äußerlich anfliegen konnte, so auch durch äußerliche Mittel entfernen ließ, wo die Wasser wegwuschen, „was für Trug man begangen, was für Unrecht man geschworen“ (I, 23, 22), war es schwer, daß sich ernstere Gefühle als die einer oberflächlich vorsichtigen Scheu vor der Berührung mit der gefährlichen Schuldsubstanz entwickeln konnten; man blieb fern von der Forderung einer in Seelentiefen sich vollziehenden Überwindung der Schuld. Mit ähnlichen Sprüchen, wie man sie anwandte um Fieber zu vertreiben oder Gedeihen der Herden zu bewirken, sicherte man sich auch Agnis Hilfe, um von ihm, wenn man „versprochen hatte, was man nicht erfüllen wollte“, „wieder in die Welt des Guten“ eingesetzt zu werden (Av. VI, 119). In einem Ton ruhiger Geschäftsmäßigkeit, dem jede innere Bewegung fern lag, betete man zu ihm: „Was wir durch Besprechung, durch Wegsprechung, durch Zusprechung gefehlt haben, schlafend oder wachend: alle bösen Taten, die verhaßten, soll Agni weit von uns wegschaffen“¹) (Ṛv. X, 164, 3).

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