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Die Religion des Veda c7.s9.45

Die Religion des Veda c7.s9.45

Language
German

c7.s9.45

Wie sich das unpersönliche physische und sittliche Weltgesetz (Ṛta) mit den „Geboten des Varuṇa“ deckt (S. 198), so ist die Sünde eine Verletzung von Varuṇas Geboten oder Ordnungen. Man betet zu Varuṇa: „Wenn wir aus Unbedacht deine Ordnungen verletzt haben, tu uns kein Leid, o Gott, für diese Sünde (*enas*)“¹. Die Fesseln oder Schlingen, in denen der Sünder sich fängt, von denen wir sahen, daß sie die Sünde selbst darstellen, sind zugleich auch Fesseln Varuṇas; er hat sie ausgespannt; er hält mit ihnen den Schuldigen fest. Derselbe Dichter, der an einer oben (S. 295) angeführten Stelle die Götter Soma und Rudra um Befreiung von der „an unserem Leibe festgebundenen Sünde, die wir begangen haben“, anruft, fährt fort: „Löset uns von der Fessel des Varuṇa.“ Neben dieser besonders häufig begegnenden Vorstellung von Varuṇas Fessel finden sich andere ähnliche Wendungen. Namentlich ist von seinem Zorn die Rede, der auf das engste mit der Vorstellung der Sünde verknüpft ist: „Ich suche nach meiner Sünde … Einmütig sagen mir die Weisen: Varuṇa ist’s, der dir zürnt“²). In seinem Zorn sendet er Krankheit³), gibt den Schlägen der Feinde preis, verkürzt das Lebensalter, stürzt die Gottlosen in die Tiefe; die ihm und Mitra dienenden düsteren Truggeister (*druhas*) verfolgen die Sünden der Menschen⁴).