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Die Religion des Veda c8.s1.8.2

Die Religion des Veda c8.s1.8.2

Language
German

c8.s1.8.2

es handelt sich, wie ausdrücklich ausgesprochen wird, darum, den Neugeborenen „mit dem Glanz der Heiligkeit zu läutern, ihm Schärfe zu verleihen, ihm Speisesegen zu verleihen, ihm Kraft der Sinne zu verleihen, ihm Vieh zu verleihen“. Auch dann lag selbstverständlich kein Dankopfer vor, wenn — was nachweislich vorkam — schon in vedischer Zeit die später beliebte Sitte des Gelübdes geübt wurde²): die für den Fall einer bestimmten Gnadenerweisung dem Gott versprochene, nach deren Eintritt ihm geleistete Gabe ist nichts anderes als ein Bittopfer mit verschobenem Zeitpunkt. Gegen einige weitere Fälle von Opfern, die man versucht sein könnte als Dankopfer aufzufassen, stellt die genauere Betrachtung gleichfalls Bedenken heraus. Eine Aufzählung von Königen, welche mit der „Indra heiligen großen Salbung“ geweiht sind, sagt von jedem, daß er „über die ganze Erde siegreich herumgezogen ist und das Opferroß geopfert hat“¹). Soll danach das Roßopfer als Dankopfer für große Siege aufgefaßt werden? Es mag etwas vom Charakter eines solchen angenommen haben. Aber die nähere Betrachtung des betreffenden Rituals erweist, wie ich meine, mit voller Klarheit, daß wenigstens ursprünglich auch hier, vielleicht nicht genau genommen ein Bittopfer, aber ein Zauber vorlag, der auf zu erlangende Güter gerichtet war (siehe S. 317); es wurde Unwiderstehlichkeit, Sieg, eine mit Glanz und Reichtum gesegnete Regierung vom Roßopfer erhofft²).