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Die Religion des Veda c8.s10.10.2

Die Religion des Veda c8.s10.10.2

Language
German

c8.s10.10.2

Aus Gerstenmehl hergestellte, mit Wolle beklebte Figuren eines Widders und eines Mutterschafes, bei denen die Geschlechtskennzeichen besonders stark hervorgehoben sind, werden den Darbringungen beigefügt. Das zu dieser Feier gehörende große Sühnopfer, die Verbrennung des Gerstengebäcks und die Beichte der Gattin des Opferers über ihre Buhlen ist schon oben (S. 323 f.) besprochen. Den Schluß macht ein dem Avabhṛtha (S. 408 f.) ähnliches Bad. Die Beziehung auf Fruchtbarkeit tritt beim Widderpaar deutlich zutage. Aber handelt es sich um Fruchtbarkeit der Herden, weil die Figuren Widder und Mutterschaf sind, oder des Getreides, weil sie aus Gerstenmehl gemacht sind, so daß die Tiere etwa als Repräsentanten des Getreidedämons aufzufassen wären³)? Ein gewöhnliches Erstlingsopfer liegt offenbar nicht vor; da wäre für Gerste vielmehr der Frühling die rechte Zeit⁴). Sondern es scheint, daß, wie im übrigen bei diesem Fest die Vorstellung der Abwendung von Sünde, Unheil, Götterzorn dominiert, so auch hier das Verlangen nach Fruchtbarkeit mit der speziellen Wendung auf Beschwichtigung der Mißgunst Varuṇas auftritt¹). Varuṇas Kornfrucht ist die Gerste, sein Tier der Widder. Beides weist auf diesen Gott, der auch in den vorher berührten Sühnriten eine Rolle spielt²). Daß eine Feier, die es so vorwiegend mit Unheimlichem zu tun hat, ein Bad als Abschluß verlangt, ist verständlich.