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Die Religion des Veda c8.s10.10.3

Die Religion des Veda c8.s10.10.3

Language
German

c8.s10.10.3

— Mit dem dritten der drei Jahreszeitenfeste ist ein großes Totenopfer, eine Art Allerseelenfest verbunden: das uralte winterliche Totenfest der indoeuropäischen Zeit³) kann an dieser Stelle in den Rahmen des indischen Rituals eingefügt scheinen. Neben der Totenfeier aber steht ein Opfer an Rudra Tryambaka, den gefährlichen bogenführenden Gott, dessen Angriffe man von sich und den Herden entfernen, dessen heilende Kraft man sich zuwenden will. Auf einem Kreuzweg, an der Wohnstätte der unheimlichen Götter, opfert man ihm je einen Opferfladen für jeden Hausgenossen; einen überschüssigen Fladen⁴) vergräbt man in einem Maulwurfshaufen: „Das ist dein Teil, Rudra; der Maulwurf ist dein Tier“: „damit weist er ihm den Maulwurf unter den Tieren zu: so tut jener dem übrigen Getier keinen Schaden“, erklärt ein Brāhmaṇa¹). Man murmelt: „Wir haben Rudra sein Teil gegeben, dem Gott Tryambaka, daß er uns gedeihen macht, daß er uns glücklich macht, daß er uns zu festem Ziel führt. Du²) bist Arzenei: Arzenei für das Rind, Arzenei für Roß und Mann, Gedeihen für Widder und Mutterschaf.“ Man umwandelt das Feuer dreimal nach links hin, mit den Händen auf die linken Schenkel klatschend, und dreimal nach rechts hin auf die rechten Schenkel klatschend; auch die unverheirateten Mädchen der Familie gehen mit herum und beten zum Gott Tryambaka, der den Jungfrauen Gatten gibt: „Wie die Gurke vom Stengel möge ich mich von hier lösen, nicht von dort“ — vom elterlichen Hause, nicht vom Hause des Gatten.