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Die Religion des Veda c8.s10.117

Die Religion des Veda c8.s10.117

Language
German

c8.s10.117

² Dem Gürtel legt die Spruchliteratur besondere mystische Macht bei. S. namentlich Atharvaveda VI, 133, wo die Beziehung zwischen Gürtel und Schülerschaft sehr deutlich ist; der letzte Vers dort lautet: „Du, den die alten Ṛṣis, die Schöpfer der Wesen, sich umgebunden haben, schlinge dich um mich, Gürtel, daß ich lange lebe.“ So tritt auch bei der mit der Schülerschaft eng verwandten Dīkṣā der Gürtel hervor (S. 398; vgl. auch die kleinere, für Behexungshandlungen vorgeschriebene Dīkṣā Kauś. Sūtra 47, 14. 22 und das von mir ZDMG. LXII, 594 Beigebrachte). Vielleicht haben sich verschiedene Motive hier vermischt. Bei der Schülerweihe wird man zunächst an das Annehmen der Tracht der Erwachsenen denken. Aber die Dīkṣā (speziell auch das dort vorgeschriebene engere Schnüren des Gürtels für eine gewisse Zeit; s. Caland-Henry 66) legt die Auffassung nahe, daß der Gürtel die mystische Kraft in ihrem Besitzer festzubinden, einzuschnüren hatte (ebenso beim Band des Barhis? bei der Umwicklung des Opferpfostens, s. Schwab, Tieropfer 72 ff.?). Weiter kommt in Betracht, daß dem Gürtel im Verlauf der Auffassung der Dīkṣā als eines Geburtsaktes die Rolle der Nabelschnur zufallen konnte, vgl. Maitr. S. III, 6, 7 (Umwindung des Nabels durch den Gürtel beim Upanayana: Hiraṇy. G. I, 4, 4 f.; wenn in einem zugehörigen Spruch die Kraft des Gürtels in Verbindung mit „Ein- und Ausatmen“ gesetzt wird, hängt das wohl mit dem Nabel zusammen, welcher der „Knoten der Atemkräfte“ ist und auf dessen beide Seiten sich Ein- und Ausatmen verteilen [Kāṭh. XIII, 10]). Ferner mochte an Trennung der oberen reinen und der unteren unreinen Körperhälfte durch den Gürtel gedacht werden (Taitt. Saṃh. VI, 1, 3, 4). In noch andere Richtung als all das würde führen, was Frobenius, Weltanschauung der Naturvölker 327 ff. beibringt (Stricke, heilige Schnüre u. dgl., an denen der Geist in den Menschen hineinsteigt).

Cites (6)