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Die Religion des Veda c8.s10.81

Die Religion des Veda c8.s10.81

Language
German

c8.s10.81

Es ist oben (S. 315 f. usw.) davon die Rede gewesen, wie mannigfaltig sich im vedischen Kultus die beiden Vorstellungskreise des Opfers als einer das Wohlwollen der Götter gewinnenden Liberalitätshandlung und des Zaubers, der auf den Lauf der Dinge direkt einwirkt, kreuzen. So kann es nicht überraschen, wenn dem Somaopfer zauberhafte Nebenwirkung beigelegt wird: es ist ein Regenzauber, offenbar nicht, oder doch nicht in erster Linie, insofern es die Gnade der regenspendenden Götter anregt, sondern den Regen direkt beeinflussend. Das Hervorströmen des Somasaftes aus seinem Verschluß in der Pflanze, sein tropfenweises Rieseln durch die Seihe waren Vorgänge ganz ähnlich den sonst beim Regenzauber geläufigen, wo man irgend ein Abbild des Regens oder des Naßseins der Erde, der Kräuter usw. herstellte und dann die entsprechende Leistung von der Natur erwartete. So ist der durch die Sei he tröpfelnde Soma, selbst ein Sohn Parjanyas, des Regengottes, dessen Befruchtung ihn hat wachsen machen, ein Regenspender. „Mit des Himmels Samen, dem milchreichen, ist er verbunden,“ heißt es von ihm. „Er schafft Wasser; er läßt den Himmel regnen.“ „Ströme uns den Regen des Himmels herbei.“ „Läutere dich uns zum Regen, zu Wasserwogen vom Himmel her“ ¹). —