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Die Religion des Veda c8.s2.12

Die Religion des Veda c8.s2.12

Language
German

c8.s2.12

Wenn solche Sühnezeremonien in den Zusammenhang des höheren Kultus aufgenommen sind, wird man um so gewisser sein, in der Sphäre des niederen Kultus, unter den an die zufälligen Gelegenheiten des täglichen Lebens geknüpften Beschwörungen und Zauberhandlungen, ihnen in Menge zu begegnen. Die Zauberlieder des Atharvaveda und die zugehörigen rituellen Anweisungen des Kauśikasūtra bestätigen diese Erwartung. So wird die Entsühnung der Brüder beschrieben, die sich dadurch vergangen haben, daß der Jüngere sich vor dem Älteren verheiratet hat. An einem Wasser werden ihnen Fesseln von Schilfgras angelegt, ein Symbol der Fesseln der Schuld; darüber wird Weihwasser gegossen; darauf wirft man einige dieser Fesseln in den Schaum des Flusses und läßt sie fortschwimmen: „mit dem Schaum des Stromes verschwinde,“ redet der zugehörige Spruch ¹) das Übel an ²). — Wer die Unwahrheit geredet hat, soll Wasser schlürfen mit dem Spruch: „Was wir Unwahres geredet haben während der letzten drei Jahre³), vor all dem Unheil, vor aller Bedrängnis mögen die Wasser mich schützen“⁴). — Wen eine Krähe berührt oder mit ihrem Unrat verunreinigt hat — der gleich anzuführende Spruch macht deutlich, inwiefern dabei von Schuld die Rede sein kann —, den wäscht man oder bewegt einen Feuerbrand um ihn; dazu der Spruch: „Was hier der schwarze Vogel auffliegend fallen gelassen hat, vor all dem Unheil und aller Bedrängnis mögen mich die Wasser schützen. Was hier der schwarze Vogel abgewischt hat mit deinem Munde, o Nirṛti¹), von der Schuld löse mich Agni Gārhapatya“²).