Die Religion des Veda c8.s2.5
Die Religion des Veda c8.s2.5
- Language
- German
c8.s2.5
¹ Wesentlich gleichartig solcher Besänftigung eines durch menschliche Sünde erzürnten Gottes ist die Befriedigung eines Gottes oder Geistes, der ohne solchen Anlaß allein vermöge seiner auf das Schaden gerichteten Natur dem Menschen nachstellt (vgl. oben S. 291). Die Besänftigung kann auch die Form annehmen, daß man statt des Menschen, dessen Leben der Gott oder Geist gefährdet, ihm einen jenen vertretenden Teil des menschlichen Wesens oder ein Abbild darbietet. Fälle dieser Art scheinen aber im vedischen Kultus selten. Vielleicht darf man das Haaropfer an die Toten hierherstellen (vgl. unten den Abschnitt über den Totenkult). Das tellerförmige Gebäck bei den Varuṇapraghāsās (s. oben im Text) halte ich nicht für ein den verfallenen Menschen ersetzendes Abbild, sondern für ein Receptaculum seiner Schuldsubstanz (s. im Text). Auch daß das beim Somaopfer dem Agni und Soma dargebrachte Opfertier „eine Loskaufung der eigenen Person“ sei (Taitt. Saṃh. VI, 1, 11, 6), scheint mir unzutreffend. Ebensowenig glaube ich, daß z. B. beim Eselopfer dessen, der die Keuschheit verletzt hat (S. 332 f.), der Esel als Stellvertreter des Schuldigen stirbt; meine Deutung dieses Opfers s. unten S. 333 Anm. 1. Vgl. noch Lévi, *La doctrine du sacrifice* 130 ff.; Keith, *Veda of Black Yajus School* CVI.
Linked texts (1)
- Taittirīyasaṃhitā — Sanskrit